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Thomas, Angie
The Hate U Give
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2018. Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
CBJ KINDER- & JUGENDBÜCHER
Nonbooks, PBS
ISBN 978-3-641-20014-5
Preis 9,99 (inkl. 7% Mwst)
 
 
Lieferstatus  
 
»Umwerfend und brillant, ein Klassiker!« Bestsellerautor John Green
Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...
Angie Thomas bei cbj & cbt:
The Hate U Give
On The Come Up
Concrete Rose
Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.


Angie Thomas ist in Jackson, Mississippi, aufgewachsen und lebt auch heute noch dort. Als Teenager tat sie sich als Rapperin hervor. Thomas hat einen Bachelor-Abschluss im Fach Kreatives Schreiben an der Belhaven Universität. Ihr preisgekröntes Debüt »The Hate U Give« erntete ein überschwängliches Presse- und Leserecho und schaffte es auf Anhieb auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste, ebenso wie ihre Folgeromane »On the Come Up« und »Concrete Rose«. »The Hate U Give« wurde 2018 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und mit der »Hunger-Games«-Darstellerin Amandla Stenberg in der Hauptrolle verfilmt.

Kapitel 1

Ich hätte nicht auf diese Party gehen sollen.

Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich da überhaupt hingehöre. Es hat nichts damit zu tun, dass ich mich für was Besseres halte. Es gibt nur einfach ein paar Orte, wo es nicht reicht, ich selbst zu sein. Wo keine Version von mir reicht. Die Spring-Break-Party von Big D ist einer davon.

Ich quetsche mich zwischen schwitzenden Körpern durch und folge Kenya mit ihren wippenden Locken. Der Raum liegt wie im Nebel, es riecht nach Gras und die Musik bringt den Fußboden zum Vibrieren. Irgendein Rapper fordert jeden auf, Na-Naa zu singen, darauf folgen ein paar »Heys«, weil die Leute sich ihre eigene Version ausdenken. Kenya hält ihren Becher hoch und tänzelt durch die Menge. Bei dem Kopfweh von der scheißlauten Musik und der Übelkeit von dem Grasgestank würde es mich wundern, wenn ich es durch den Raum schaffe, ohne meinen Drink zu verschütten.

Wir lösen uns aus der Masse. Big Ds Haus ist knallvoll. Ich wusste schon, dass - nun ja, außer mir - echt alles, was laufen kann, zu seinen Spring-Break-Partys kommt, aber, verdammt, ich habe nicht gedacht, dass es so viele sind. Die Mädchen tragen ihre Haare getönt, gelockt, gelegt und geglättet. Deshalb fühle ich mich mit meinem Pferdeschwanz auch total basic. Jungs in ihren saubersten Sneakers und Saggy Pants raspeln so eng an den Mädchen entlang, dass sie fast ein Kondom bräuchten. Meine Nana pflegt zu sagen, der Frühling bringt die Liebe. In Garden Heights bringt er zwar nicht immer Liebe, dafür verspricht er aber Babys im Winter. Sollte mich nicht wundern, wenn eine Menge davon in der Nacht von Big Ds Party gezeugt würden. Er veranstaltet sie immer am Freitag der Ferien, weil man den Samstag zum Erholen braucht und den Sonntag fürs Bereuen.

»Hör auf, mir nachzulaufen, und geh tanzen, Starr«, sagt Kenya. »Die Leute sagen sowieso schon, du denkst wohl, du wärst was Besseres.«

»Wusste gar nicht, dass in Garden Heights so viele Gedankenleser wohnen.« Oder dass man mich als was anderes wahrnimmt als »Big Mavs Tochter, die im Laden aushilft«. Ich nippe an meinem Drink und spucke ihn wieder zurück in den Becher. Mir war schon klar, dass da mehr als Hawaii-Punsch drin ist, aber dieses Zeug ist viel stärker, als ich es gewohnt bin. So was sollte man überhaupt nicht Punsch nennen. Das ist schlicht harter Sprit. Während ich den Becher auf den Couchtisch stelle, sage ich zu ihr: »Leute, die meinen, sie wüssten, was ich denke, gehen mir auf den Zeiger.«

»Hey, ich sag's dir ja nur. Du benimmst dich, als würdest du keinen kennen, bloß weil du auf diese Schule gehst.«

Das höre ich jetzt schon sechs Jahre. Seit meine Eltern mich in die Williamson Prep schicken. »Egal«, murmle ich.

»Und es würde dich auch nicht umbringen, wenn du dich nicht ...«, sie rümpft die Nase und mustert mich von den Sneakern bis zu meinem Oversize-Hoodie, »... so anziehen würdest. Ist das nicht der Hoodie von meinem Bruder?«

Von unserem Bruder. Kenya und ich haben einen gemeinsamen älteren Bruder, Seven. Aber sie und ich, wir sind nicht verwandt. Ihre Momma ist auch Sevens Momma, und mein Dad ist auch Sevens Dad. Verrückt, ich weiß. »Ja, der gehört ihm.«

»Klar. Und weißt du, was die Leute noch sagen? Du hast es echt schon so weit gebracht, dass man dich für mein Girlfriend hält.«

»Seh ich so a